EXPOSITION en cours

PLASTIQUES, ÉTIENNE KRÄHENBÜHL

DU 16 AOÛT AU 20 OCTOBRE

Von September 2017 bis September 2018 sammelte Étienne Krähenbühl Tag für Tag alle von ihm benutzten Plastikobjekte, um daraus grafische Blätter anzufertigen. Mit Plastikmüll, der von Lebensmittelverpackungen bis zu Wegwerfbeuteln reicht, schuf er rund 730 Drucke – zwei Werke pro Tag. So liefert uns der Künstler einen Bericht über seinen persönlichen Plastikkonsum während eines Jahrs, verkündet aber auch eine universelle Botschaft und löst mit einem bunten «Fresko» eine Reflexion aus, die sich mit Umweltschutz und Klimawandel beschäftigt. Über dieses engagierte Denken hinaus lässt uns die Ausstellung einen Kunstschaffenden (wieder-)entdecken durch eine Arbeit, die in seiner künstlerischen Produktion einmalig ist.

Laut einem Bericht des WWF wurden im Jahr 2016 pro Person 53 kg Plastik produziert. Während 100 Millionen Tonnen Plastikabfälle jährlich unsere Umwelt verschmutzen, gelangt jede Minute das Äquivalent eines mit Plastik gefüllten Müllwagens in die Weltmeere. Wenn man sich vor Augen hält, dass 5 bis 10% der Weltproduktion dieses Materials in den Ozeanen landet, dass seine Lebensdauer im Wasser mehrere hundert Jahre beträgt, dass es für 80% der Meeresverschmutzung verantwortlich ist, und dass bereits 25% der Fische Plastik im Magen haben, ist die Reinigung der Ozeane eine Utopie. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden. «Die Lösung liegt auf dem Land, indem man den Müll einsammelt, bevor er ins Meer gelangt. Ich glaube nicht an die Meerreinigungsprojekte, da nur 1% des Plastiks an der Oberfläche schwimmt, der Rest befindet sich in Form von Mikroplastik, das mit blossem Auge häufig gar nicht zu sehen ist, unter dem Wasserspiegel. Es gibt keinen sechsten Kontinent aus schwimmendem Plastik, wie man uns in der Vergangenheit hat weismachen wollen. Wie unsere Beobachtungen bestätigen, bildet das Mikroplastik eine Art Suppe, die sich nicht einsammeln lässt», hält uns Marco Simeoni vor, Gründer der Schweizer Stiftung Race for Water, welche die Meeresverschmutzung bekämpft.

Die Vorherrschaft des Plastiks ist vorbei. Folglich geht es darum, unsere Gewohnheiten zu ändern und seiner Produktion und seinem Verbrauch in unserem Alltag ein Ende zu setzen. Am 3. Februar 2018 nahmen mehr als 35 Länder am allerersten «Welttag ohne Plastikstrohhalm» teil. Zwar ändern sich die Dinge noch viel zu langsam, doch gibt es zahlreiche Personen, die vor Ort aktiv sind oder die Gewissen aufrütteln, um unseren Planeten von diesem Problem zu befreien. Kunstschaffende wie Meereskundler, Ingenieure, Forschungsreisende oder Unternehmer bemühen sich, diese globale Geissel zu bekämpfen. Étienne Krähenbühl, der in Yverdon arbeitet und mit seinen Metallskulpturen weitum bekannt wurde, versteht es, in drei Dimensionen Festes und Bewegliches, Korrodiertes und Glattes, Klangvolles und Stilles, Schwerfälliges und Luftiges gegeneinander auszuspielen. Im September 2017 beschliesst er, anstelle seiner üblichen Tätigkeit den jährlichen Plastikkonsum eines Menschen bewusst und sichtbar zu machen. Mit seiner Installation bespielt er die 300 Quadratmeter des CACY in einem farblichen Camaieu, das von Tag zu Tag auf das Wetter in Yverdon-les-Bains ausgerichtet ist. Das in der nordwaadtländischen Stadt angesiedelte Projekt prangert Gesten und Gewohnheiten an, die heute niemand mehr schönreden kann. Seit 1950 hat die Plastikproduktion um das Zweihundertfache zugenommen, während ein Drittel der Abfälle nicht rezykliert wird.

Karine Tissot (Übersetzung Hubertus von Gemmingen)

Texte en français

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Ville d'Yverdon-les-Bains
   
   
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