EXPOSITION en cours

LIQUID DAYS – FRANZISKA FURTER

28. jANUAR — 2. APRIL 2017

Die Künstlerin Franziska Furter lebt in Berlin und Basel. Im Früh¬jahr 2016 hielt sie sich mit einer Residency mehrere Monate lang in Japan auf. In die Schweiz zurückgekehrt, präsentiert sie im CACY eine Einzelausstellung, die auf ihren fernöstlichen Erfahrungen beruht. Ihr poetisches, präzises, zeichnerisches, schwarzweisses Universum hat sie für diesen untypischen Ausstellungsraum auf einzigartige – luftige – Weise entwickelt.

Die Leere ist nicht immer das Leer-Seiende. Alles andere als gleichbedeutend mit verschwommen oder gleichgültig, ist sie im Werk von Franziska Furter der innere Ort, in dem sich ein Geflecht vitaler Atemzüge bildet. Nicht weniger wichtig als das berühmte Paar Yin und Yang, stellt sie bekanntlich einen Angelpunkt in der fernöstlichen Denkweise dar. Ohne die philosophisch-religiöse Bedeutung zu berücksichtigen, die sich mit ihr verbinden liesse, erweist sie sich bei Franziska Furter als Element, das in den letzten Jahren an Präsenz gewann, um höchst dynamisch und wirksam dem Vollen echte « Fülle » zu geben.

Wie die Leere beschränkt sich bei Franziska Furter das Volle, das häufig durch den Strich Gestalt gewinnt, nicht ausschliesslich auf zwei Dimensionen, die allzu einschränkend wären, um allein die Kraft der Linie auszudrücken. Es verfällt regelmässig der dritten Dimension in Installationen aus Draht, Drahtwicklungen, Windklangspielen oder Papierschnitten. Kreisförmig, schwebend, kantig oder sich schlängelnd, beteiligt sich der Strich verführerisch an den realen und surrealen Visionen, die uns die Künstlerin liefert und die sich bald explosiv, bald beruhigend geben, doch stets auf Träume, Erlebnisse oder Wachträume anspielen. Luftspiegelungen, aus denen Mojo, ein hängendes Bouquet in barocken Farben – es wird während der ganzen Ausstellungsdauer unter der Zeder neben dem Théâtre Benno Besson gezeigt –, oder das transluzide Gewölk aus Trinkhalmen hervorgehen könnten, das augenblicklich im Innern des CACY schwebt. Als Ausdruck eines sensiblen Denkens heben Franziska Furters Arbeiten deutlich Zwischenräume, Impressionen, Visionen und Energief lüsse hervor. Der leere Raum erweist sich als wesentlich, weil er Licht und Luftströme empfängt, Elemente, die das Werk konstituieren, wie Sauerstoff, Sonne, Wind und Träume das Leben bilden. Angesichts all ihrer Installationen fühlt der Blick, dass die Leere keine reglose Präsenz besitzt, sondern im Gegenteil von Atemzügen durchdrungen wird, welche die sichtbare Welt – angedeutet durch grafische Zeichen – mit einer unsichtbaren Welt verbinden. Was auch daran erinnert, dass das japanische Ma das Intervall, den Raum, die Dauer und die Distanz bedeutet, nicht jene, die trennt, sondern jene, die vereint.

Karine Tissot

Übersetzung : Hubertus von Gemmingen

Vernissage le 28 janvier 2017, dès 17.00

Texte en français

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Ville d'Yverdon-les-Bains
   
   
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